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Länderinfo
Ohne vernünftige Reiseführer (Lonely Planet, Footprint, Reise Know-How, etc.) wird sich wahrscheinlich
niemand in die Fremde wagen. Die vielen Informationen in diesen Bücher sind auch für Reisende mit eigenen
Rädern sehr hilfreich, oftmals ist die Zielgruppe aber eigentlich eine andere. So kann es sein, dass man
wochenlang in einem Land unterwegs ist und keine guten Campingplätze findet, nur um bei der Ausreise an der
Grenze von anderen Travellern zu erfahren, dass es einen sehr guten Campingplatzführer für das Land gibt.
Im folgenden daher die wichtigsten unserer "Insider-Tips", sortiert nach Land (von Norden nach Süden):
(Schlafen) Übernachten im Auto ist in Kanada kein Problem. Es gibt viele Campingplätze, aber auch außerhalb von Campingplätzen lässt es sich gut stehen. In Städten haben wir uns oft in schöne Wohngebiete gestellt, einfach auf die Strasse zwischen andere parkende Autos. Sicherlich kann man problemlos auch in der freien Natur parken, solange man die Besitzrechte Anderer nicht (grob) verletzt. Eine gute Option sind sogenannte Forest Service Campgrounds (oder kurz Forestries). Es handelt sich dabei um kostenlose Campgrounds mit einfachen (minimalen) Facilities, die eigentlich für Waldarbeiter gedacht sind. Viele Karten Kanadas haben diese Plätze leider nicht verzeichnet, man muss etwas suchen, um eine "richtige" zu finden. Meist sind die Forestries als volle, grüne Dreiecke verzeichnet.
(Cash) Kunden der Deutschen Bank können an allen Automaten der Scotia Bank (gibt's auch in kleineren Städten im ganzen Land) kostenlos Geld ziehen (mit der EC-Karte). Damit schlägt Cash als Bezahlform sogar die (deutsche) Kreditkarte, da man so auch die 1-2% Auslandseinsatzzuschlag umgehen kann. Je nach Länge der Reise kann sich sogar ein Wechsel zur Deutschen Bank bezahlt machen! (Steuern) Nicht vergessen sollte man auch, dass man bei der Ausreise aus Kanada die Sales Tax (Mwst.) aller Übernachtungsausgaben (egal wie hoch) sowie aller Käufe von vielen ausgeführten Waren (ab einer Rechnungssumme von 50 Dollar) zurückbekommen kann. An den grossen Grenzübergängen gibt es dafür spezielle Stellen, meistens in Duty Free Shops (die komplette Liste bei der Einreise erfragen). Da man Rechnungen, die älter als 60 Tage sind, nicht mehr einreichen kann, lohnt sich ggf. eine kurze Ausreise in die USA, um die Frist zu waren. Also immer alle Quittungen für Campingplätze, Hotels, gekaufte Ausrüstung (ab 50$) usw. aufbewahren!! (Schlafen) Genau wie in Kanada kann man neben den vielen Campingplätzen auch problemlos auf der Strasse oder sonstwo übernachten. Die Campingplätze sind einiges teurer, so dass es sich oftmals lohnt, nur zu fragen, was eine Dusche kostet (meist ein paar Dollar für zwei Personen) und woanders zu schlafen. (Geld) Das Äquivalent zur kanadischen Scotia Bank ist in den USA die Bank of America. Deutsche Bank Kunden können hier wiederum kostenlos Geld ziehen (siehe Kanada). (Teile) Für Toyota-Fahrer ist vielleicht interessant, dass es in ganz Nordamerika (inkl. Kanada und Mexico) nur eine sehr schlechte Ersatzteilversorgung für Landcruiser gibt. In den USA z.B. wurde seit über 20 Jahren nicht ein einziger Diesel-Toyota verkauft, die meisten Toyotahändler haben noch nie einen Landcruiser gesehen. Also vorsorgen und z.B. alle Filter etc. von zu Hause mitbringen oder weiter im Süden kaufen! (Visum) Die Überlandeinreise in die USA mit eigenem Fahrzeug ist kein Problem. Die 90-tägige Aufenthaltsgenehmigung, die man als Tourist über das Visa-Waiver-Programm bekommt ist allerdings unter keinen Umständen verlängerbar und wird auch nicht automatisch beim kurzzeitigen Grenzübertritt (nach Kanada oder Mexico) "zurückgesetzt". Offiziell muss man vor dem Erwerb von erneuten 90 Tagen auch die Nachbarländer verlassen haben. Scheinbar nehmen es die Beamten an den Landesgrenzen aber nicht so genau, wenn man sich ein paar Wochen Zeit lässt und die Grenzübergänge wechselt. Also entsprechend vorplanen! (Schlafen) Die wichtigste Information für Mexico: Es gibt einen sehr guten und fast allumfassenden Campingführer für Mexiko, der praktisch alle existierenden Campingplätze komplett mit Anfahrtbeschreibung und GPS-Koordinaten auflistet. Dieses Buch ist wirklich Gold wert. Hier die Daten der 2. Auflage: Titel "Mexican Camping"; Autoren "Mike and Terri Church"; ISBN 0965296865. Leider ist das Buch in Mexico selbst sowie weiter im Süden nicht so einfach zu bekommen. Also rechtzeitig suchen, bestellen, tauschen, oder ähnliches! (Geld) Auch in Mexiko gibt es viele Filialen der kanadischen Scotia Bank. Deutsche Bank Kunden können hier wiederum kostenlos Geld ziehen (siehe Kanada). (KFZ-Versicherung) Mexiko erkennt als einziges Land in den Amerikas Policen ausländischer KFZ-Versicherer nicht an. Die einzige Möglichkeit, die obligatorische KFZ-Haftpflichtversicherung zu bekommen, ist also der Abschluss eines Vertrages mit einer mexikanischen Gesellschaft. Von Norden kommend ist dies allerdings schon vor Einreise nach Mexiko selbst möglich. Viele Offices des amerikanischen AAA (besonders im Süden der USA, nahe der Grenze) z.B. helfen einem nicht nur beim Abschluss eines Vertrages mit einem seriösen, mexikanischen Versicherer, sondern gewähren auch noch Rabatte für ADAC Mitglieder. Eine 3 Monatspolice hat uns so nur ca. 180 USD (nur Haftpflicht) gekostet. Also ADAC Mitgliedskarte nicht vergessen. (Autobahnen) Mexiko besitzt einige tausend Kilometer sehr gut ausgebauter, 4-spuriger Autobahnen. Die meisten dieser Strecken sind allerdings mautpflichtig und EXTREM teuer. Im Schnitt zahlt man pro 100 Km auf dieser Strasse rund 10 US Dollar! Daher ist es hilfreich, sich eine Karte zu beschaffen, die den Unterschied zwischen mautpflichtigen und freien Strecken kennzeichnet (z.B. Nelles Maps). Der beste in Mexiko selbst erhältliche Autoatlas "Guia Rojo, Carreteras de Mexico" tut dies leider nicht. Die Anschaffung dieser Karte (zum Blättern anstatt Falten) lohnt sich aufgrund der höheren Detaildichte aber trotzdem! (Kontrollen) Von Norden kommend trifft man in Mexico zum ersten Mal auf die in Lateinamerika überall vorkommenden Militär-/Polizeikontrollen. Das Rezept hier ist: freundlich lächeln und die Gelegenheit nutzen, um hilfreiche Fragen zur Strasse, der nächsten Gabelung etc. loszuwerden. Sollte man wirklich mal alles aufmachen/ausräumen müssen, einfach immer freundlich bleiben. Wir hatten eigentlich nie grössere Probleme, und die Leute waren generell zuvorkommend (höchstens einmal etwas neugierig). (Transit) Normalerweise kostet die Einreise nach Belize mit einem Fahrzeug so 20-30 USD (kann mich nicht mehr genau erinnern). Möchte man nur innerhalb von 1-2 Tagen durchfahren (zum Beispiel von Mexico (Chetumal) nach Guatemala (z.B. Tikal) dann lohnt es sich, dies bei der Einreise deutlich klar zu machen. In unserem Fall hat man uns die Einreisegebühr kurzerhand erlassen. Auch die normalerweise obligatorische KFZ-Versicherung (23 USD) lässt sich per Präsentation einer entsprechenden eigenen Police (unsere war von NOWAK-Versicherungen) und etwas Nachdruck umgehen. (Geld) Wie in den meisten Ländern Mittel- und Südamerikas ist es besser, Geld erst nach dem Grenzübertritt in das jeweilige Land zu tauschen und nicht schon vorher. Die Wechselkurse sind hinter der Grenze eigentlich immer besser als vor der Grenze. (Einreise) Honduras ist das Land Mittelamerikas, mit der höchsten Einreisegebühr für ausländische Fahrzeuge. Wir haben von manchen Reisenden gehört, denen bei der Einreise von Guatemala aus mehrere hundert Dollar "Einreisegebühr" abgenommen worden sind. In der Tat scheint sich ein gewisser Betrag als untere Grenze für die Bearbeitungsgebühr der Einreiseformalitäten eingebürgert zu haben. Auch nach einer Stunde harter Verhandlung mit den Offiziellen konnten wir die Schwelle von 50 USD nicht durchbrechen (Anfänglich wurden 200 Dollar verlangt!) Auch nach langem Überlegen fiel uns zu Nicaragua partout nichts ein, was man nicht auch aus einem halbwegs guten Reiseführer erfahren könnte. Vielleicht liegt es daran, dass wir leider nur so wenig Zeit dort verbracht haben. (Einreise) Die Einreise ist kein Problem, man muss allerdings eine obligatorische KFZ-Versicherung abschliessen (ca. 12 USD). Dies lässt sich auch durch Präsentation evtl. schon vorhandener Policen von ausländischen Versicherungen nicht umgehen. (Geld) Auch in Costa Rica gibt es einige Filialen der kanadischen Scotia Bank. Deutsche Bank Kunden können hier kostenlos Geld ziehen (siehe Kanada). Die Scotia Bank Automaten spucken auf Wunsch auch "original" US-Dollar-Noten aus (ggf. hilfreich, um die eiserne Reserve harter Währung aufzustocken). (Grenze) Der kleinste und ruhigste der drei Grenzübergänge zu Panama (bei Río Sereno) ist zwar angenehm, hat aber keinen Zoll auf der Costa Ricanischen Seite! D.h. Ausreisen mit Auto sind hier nur möglich, wenn man auf eine ordnungsgemäße Ausführung des Fahrzeugs verzichten kann. Offiziell zieht das zwar 10 Jahre Wiedereinreiseverbot (nur mit eigenem Fahrzeug!) nach sich, aber der Grenzbeamte versicherte mir mit einem Augenzwinkern, dass sich solche Fälle aufgrund der fehlenden IT-Infrastruktur nur schwerlich ausfindig machen lassen werden. Einreisen von Panama aus sollte man hier allerdings nicht!! Ohne die benötigten Zollpapiere gibt es totsicher grosse Probleme bei der ersten Polizeikontrolle im Land, spätestens allerdings bei der Ausreise an einem der anderen Grenzübergänge! (Geld) Auch in Panama City gibt es einige Filialen der kanadischen Scotia Bank. Deutsche Bank Kunden können hier kostenlos Geld ziehen (siehe Kanada). (Carnet) Lange Zeit war Ecuador der Grund, sich zu Hause ein aufwendiges und teures Carnet de Passage zu besorgen, da Einreisen mit eigenem Fahrzeug ohne ein solches hier unmöglich waren. Diese Zeiten sind vorbei!! Im September 2004 wurde endlich das ecuadorianische Zollgesetz geändert, und Einreisen sind seitdem offiziell auch ohne Carnet möglich (egal ob von See oder über Land). Falls sich ein Zöllner evtl. doch noch dumm stellen sollte: einfach Artikel 82 und 83 des "Reglamento" des Zollgesetzes aufschlagen und zusammen lesen! (Einreise) Wer von See einreisen möchte (z.B. per Container aus Panama) sollte unbedingt darauf achten, das für jedes Fahrzeug im Container eine eigene "Bill of Lading" ausgestellt wird. Dies ist besonders wichtig wenn sich mehrere Fahrzeuge einen Container teilen. Jede B/L muss auf den Namen des jeweiligen Fahrzeugeigentümers ausgestellt sein. Die Einfuhr von mehreren Fahrzeugen auf den gleichen Namen ist offiziell unmöglich (wie in vielen anderen Ländern auch) !. Ausserdem ist es hilfreich, wenn auf der B/L die Worte "Vehiculo turistico" und "Cosas personales" vermerkt sind! (Geld) Seit der Einführung des US-Dollars in 2000 leidet Ecuador an einer chronischen Unterversorgung mit Wechselgeld. Aus irgendeinem Grund schafft es die Zentralbank nicht, eine ausreichende Menge Münzen in Umlauf zu bringen. Daher sollte man jede sich bietende Möglichkeit nutzen, um an Kleingeld heranzukommen (gut sind z.B. Mautstellen). Banken machen meist (wenn überhaupt) nicht mehr als 5 Dollar "klein". Sollte man wirklich einmal ohne Kleingeld da stehen, kann das Kaufen von ein paar Semmeln zum Frühstück in eine langwierige Sucherei nach Wechselmöglichkeiten ausarten, da der Bäcker einem ohne das passende Geld einfach nichts verkauft! (Tanken) Ecuadors Dieselpreise sind deutlich niedriger als in den Nachbarländern (insb. Peru!). Im Februar 2005 lag der Literpreis bei ca. 20 Eurocent (1,02 USD / Gallone). Also hier nochmal richtig volltanken, bevor es über die Grenze geht! (Tanken) Kraftstoff ist in Peru deutlich teuer als in den Nachbarländern (im Februar 2005 bei knapp 60 Eurocent pro Liter für Diesel). Daher auf jeden Fall mit vollem Tank ankommen (besonders bei der Einreise von Ecuador oder Bolivien). (Parken) Niemals das Auto alleine auf der Strasse stehen lassen, auch nicht mal eben für eine Minute zum Geldabheben am Automaten. Die überall vorhandenen Cocheras (bewachte Parkplätze) nehmen einem jede Sorge um die Sicherheit des Vehikels und kosten zwischen 30 und 80 Eurocent pro Stunde. Das Geld sollte man in jedem Fall investieren, Geschichten über Diebstähle durch eingeschlagene Scheiben etc. kann einem mehr als jeder zweite Autoreisende aus erster Hand erzählen! (Machu Picchu) Obwohl einige Reiseführer (z.B. der Lonely Planet) behaupten, dass außer dem Zug oder dem Inka-Trail kein Weg nach Machu Picchu führt, gibt es eine reizvolle und kostengünstige Möglichkeit, abseits ausgetretener Touristenpfade zum Highlight Perus zu gelangen. Von Cusco aus führt eine Strasse über Urubamba, Ollantaytambo (ggf. hier übernachten!) und den Abra Malaga (4350 m) nach Quillabamba. Ca. 30 km vor Quillabamba kann man in Santa Maria zum kleinen Dorf Santa Teresa abbiegen, dass nur 4 km Luftlinie "hinter" Machu Picchu liegt (Von Cusco aus bedeutet dies ca. 6-8 Stunden Fahrt). Von hier aus geht es zu Fuß weiter nach Hydro-Electrica (ca. 2 h), dem aktuellen Ende der Bahnstrecke. Von Hydro-Electrica aus kann man entweder den Zug nach Aguas Calientes bei Machu Picchu nehmen (einmal am Tag, 2 USD), oder in 2-3 Stunden zu Fuß entlang der Bahnstrecke gehen. Zurück geht alles etwas einfacher und schneller. Insgesamt sehr schön, komplett untouristisch und im Vergleich zum Zug extrem billig! (Der Zug von Cusco aus kostet ansonsten ca. 70 USD hin und zurück, von Ollantaytambo immerhin noch ca. 25 USD hin und zurück! Von den Kosten des Inka-Trails ganz zu schweigen!) (Geld) Obwohl die Landeswährung Perus der SOL ist, spucken viele Geldautomaten auf Wunsch auch US-Dollar aus. Also keine Sorge, wenn der Vorrat an harter Währung zur Neige geht! (Bloqueos) Wer einige Wochen mit dem eigenen Fahrzeug in Bolivien unterwegs ist, wird gezwungenermaßen früher oder später auf eine der berüchtigten, bolivianischen Straßensperren stoßen. Diese werden meistens von lokalen "Campesinos" (also der ärmeren Landbevölkerung) errichtet und können zwischen einigen Stunden und einigen Wochen andauern. Folgende Strategie hat sich für uns als gut im Umgang mit solchen Hindernissen erwiesen: Erreicht man das Ende eines zunächst unerklärlichen Staus (meistens bestehend aus LKWs und Bussen) entweder gleich hinten stehen bleiben oder etwas nach vorne fahren und sich irgendwo unauffällig in der Mitte der Schlange einreihen. Ganz nach vorne fahren sollte man besser vermeiden und zunächst etwas Abstand zwischen sich und der Hitze des Geschehens an der Blockade bewahren. Ist man zu zweit, so kann einer beim Auto bleiben und der andere zu Fuss nach vorne gehen und die Lage auskundschaften: Was ist genau los? Warum streikt hier wer? (Immer interessant für das Verständnis des Landes...) Wie lange dauert die Sache schon? Gibt es Aussagen zur Länge der Blockade? Wie ist die allgemeine Stimmung? (Betrunkene? Steinewerfer? Brennende Barrikaden? Allgemeine Agressivität oder eher ruhiges Demonstrieren?). Meist bekommt man so ein gutes Bild davon, ob es sich lohnt zu warten oder ob man nach anderen Lösungen suchen sollte. Erstaunlich oft gibt es zum Beispiel einfache oder lediglich mittel-komplizierte Wege, die Engstelle zu umfahren, die man im Gespräch mit anderen (lokalen) Wartenden erfahren kann. Einmal z.B. führte uns ein ortskundiger Jeepfahrer in einer zweistündigen Umfahrung durch ein ausgetrocknetes Flussbett am Bloqueo vorbei, ein anderes Mal gab es nur ca. 50m von der blockierten Hauptstraße entfernt einen alten Weg, auf dem Busse und Kleinfahrzeuge unbehelligt die Engstelle umfahren konnten.
(Salar) Eine der Hauptattraktionen der außergewöhnlichen, bolivianischen Landschaften ist sicherlich der
Salar de Uyuni, der grösste Salzsee der Erde. Entgegen mancher, in unseren Augen eher unbegründeten Warnungen,
lässt sich dieser gut mit dem eigenen Fahrzeug befahren. Nach dem Ende der Regenzeit im März/April trocknet der
See langsam vollständig aus, zunächst in der Mitte, später auch am Rand, was ihn in eine riesige, weisse, harte und
gut befahrbare Ebene verwandelt. Die beiden einzigen "Probleme" bei der Erkundung mit dem eigenen Fahrzeug sind
Navigation und evtl. noch vorhandene Nass-/Feuchtstellen. Durch die immense Ausdehnung und das teilweise Fehlen
jedweder Orientierungspunkte kann man sich ohne technische Hilfsmittel leicht verlieren. Insbesondere ist es wichtig,
zumindest einige der bei weitem nicht überall vorhandenen Auf- und Abfahrtspunkte zu kennen, damit der Salar
nicht zu einem unfreiwilligen, nachts z.T. extrem kalten Gefängnis wird. Ein GPS-Gerät und die entsprechenden
Koordinaten (siehe "Info/GPS-Punkte") nehmen einem hier leicht jede Sorge. (Toyota) Für Toyotafahrer ist vielleicht interessant, dass Bolivien das Traumland für Fahrzeugreparaturen und Ersatzteile ist. Land Cruiser, HiLuxe und HiAces sind extrem weit verbreitet, jeder Mechaniker kennt die Autos in- und auswendig, Original- und Aftermarket-Teile sind sehr einfach und günstig zu bekommen (zumindest alles, was nicht dieselmotorspezifisch ist). Ein kompletter Tag in der Werkstatt (bei vollständiger Beschäftigung eines Mechanikers) kostet nicht mehr als 5-10 Euro, so dass es sich wirklich lohnt, hier alles, was auch nur im entferntesten nach einem zukünftigen Problem aussieht, hier zu reparieren (bzw. zu lassen). Nicht nur für Selbstschrauber bietet sich insbesondere die Werkstatt von Ernesto Hug (siehe "Info/GPS-Punkte") an, der einem gerne einen kostenlosen Werkstattplatz und Zugriff auf alle (Spezial-)Werkzeuge gewährt. (Geldautomaten) Auch in Bolivien finden sich viele Geldautomaten, die neben der Landeswährung (Bolivianos) auch US-Dollar ausspucken. Uns ist allerdings aufgefallen, dass einige Automaten einem beim Geldziehen mit der EC-Karte die US-Dollar-Option anbieten, dies allerdings aus irgendwelchen Gründen beim Benutzen einer Kreditkarte nicht tun. Also einfach verschiedene Karten ausprobieren, wenn es sein muss. (Campingbenzin) Alle Benutzer von Benzinkochern, die wie wir echtes Campingbenzin (bzw. Gasolina oder Bencina Blanca) normalem Tankstellensprit vorziehen, seien gewarnt, dass in Bolivien als einzigem der von uns bereisten Länder diese Benzinsorte nicht aufzutreiben ist. Uns zumindest ist es trotz hartnäckigem Suchen nicht gelungen. Also von woanders genug mitbringen oder doch auf schmutzigeres und rußigeres "Normalbenzin" umsteigen. (Einreise) Bei der Einreise nach Chile wird das Auto (z.T. mit Hunden!) komplett durchsucht und auf den Kopf gestellt. Drogen und viele Nahrungsmittel fungieren dabei als Suchziel. Insbesondere Obst und Gemüse, aber auch Fleischwaren und Honig dürfen (oft) nicht eingeführt werden und lassen sich auch (besonders an den großen, mit abgerichteten Vierbeinern ausgestatteten Grenzen) schlecht schmuggeln. Also besser alles vorher verbrauchen und in Chile neu kaufen. Bei nur kurzfristigen Ausreisen (wir waren z.B. einmal nur zum Tanken für ein paar Stunden in Bolivien) kann man auch mit den Zöllnern reden und die Lebensmittel bis zur Rückkehr an der Grenze lassen. (Geld) In Chile gibt es endlich auch wieder viele Filialen der kanadischen Scotia Bank. Deutsche Bank Kunden können hier kostenlos Geld ziehen (siehe Kanada). Bei den für Südamerika vergleichsweise gesalzenen Preisen hat man sich diesen, wenn auch kleinen, Vorteil ja auch wirklich verdient! (Tanken) Im Juni 2005 war der Sprit in Argentinien deutlich billiger als ich Chile und nur knapp teurer als in Bolivien. Also dementsprechend vorplanen (oder eben nicht ... :-) (Ausreise) Verlässt man das Land auf einem anderen Weg als das Fahrzeug (z.B. weil man fliegt, während das Auto auf dem Schiff reist) gestalten sich die Zollformalitäten gänzlich anders, als wenn man das Auto sozusagen als "Handgepäck" mit dabei hat (z.B. wenn man gemeinsam mit dem Auto auf's Schiff geht)! Also unbedingt rechtzeitig vorher erkundigen und nicht davon ausgehen, dass man das Fahrzeug eben einfach mal so am Hafen abgeben kann! (Einreise) Beim Verlassen des Freihafengeländes (z.B. in Hamburg) fährt man in jedem Fall an einer Zollstation vorbei. Obwohl viele Reisende berichtigen, dass der deutsche Zoll generell wenig Probleme macht, ist es besser, sich zunächst sehr bedeckt zu halten (und keine klaren Aussagen zu machen) bis man mit den Beamten etwas "warm" geworden ist und die Lage einschätzen kann. Auf keinen Fall auf die Frage "Haben sie etwas zu verzollen/anzumelden" mit "Nein" antworten! Beste Antwort: "Ich weiß nicht genau, darf ich eben mal ranfahren?". Bei Nachfragen zur mitgeführten Anzahl von Litern (bei alkoholischen Getränken) oder Schachteln (Zigaretten) keine genauen Beträge nennen, es sei denn man kennt sie GENAU! Werden zum Schluss 44,2 Liter gefunden obwohl man 42 Liter gesagt hat, kann das als Steuerhinterziehung betrachtet werden!! (Nicht lachen, ist wahr!! Obwohl die meisten Beamten da sicherlich mit gesundem Menschenverstand rangehen.) Die beste Antwort ist immer: "Ich bin mir nicht sicher, können wir vielleicht gemeinsam nachschauen?". (Mathias) 7743
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